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Diabetes Informationsblatt: Arten, Ursachen, Risikofaktoren, Tipps

Herausgegeben von Noom – die Gesundheitsapp

Was ist Diabetes?
Diabetes ist ein Krankheit, bei der zu viel Glukose (auch allgemein Zucker genannt) im Blut ist, und nicht an den richtigen Bestimmungsort im Körper kommt.

Wenn jemand Zucker oder Stärke zu sich nimmt, zerlegt der Körper diese Kohlenhydrate in Glukose. Betonung auch auf Stärke, den es geht nicht nur um den klassischen Zucker z.B. aus Süßigkeiten. Glukose ist der Haupt Kraftstoff für die Körperzellen, z.B. Muskel- und Fettzellen. Der Körper nutzt ein Hormon namens Insulin, um die Glukose vom Blut zu den Zellen zu transportieren. Bei Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse entweder zu wenig Insulin, oder das Insulin kann die Glukose nicht in die Zellen transportieren. Dadurch verbleibt die Glukose im Blut, der Blutzucker steigt und die Zellen werden mit Glukose unterversorgt.
Wenn der Blutzucker steigt, anstatt dass die Glukose die Zellen versorgt, hat die Person Diabetes. Diese Krankheit kann dann dazu führen, dass auch andere Körperregionen, z.B. das Herz, die Augen, Nieren und Nerven Folgeschäden durch die “falsche” Blutkonsistenz und Verdickung erleiden.
Verbreitung von Diabetes
Mehr als 6 Millionen Menschen in Deutschland haben Diabetes. Es gibt Diabetes Typ 1 und 2 und einige Sonderformen. Die meisten, Menschen, 90%, haben Typ 2. In den letzten 17 Jahren ist die Anzahl der Erkrankten in Deutschland um 38% angestiegen. Diabetes ist damit eine der größten Volkskrankheiten.

Diabetes wird oft erst acht bis zehn Jahre nach Ausbruch der Krankheit erkannt. 20% der Erkrankten wissen nichts von ihrem Diabetes. Das liegt unter anderem daran, dass die Symptome recht “allgemein” sind, z.B. Müdigkeit, Schlappheit und häufige Infektionen, später auch starkes Durstgefühl und häufiger Harndrang.

Arten von Diabetes
Es gibt drei Haupt-Arten von Diabetes: Typ 1, 2 und Schwangerschaftsdiabetes.
• Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit, die zum ersten Mal vor allem im Kindes- und Jugendalter auftritt. Das Immunsystem greift die eigenen Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse an, wodurch diese kein oder sehr wenig Insulin herstellen kann. Das führt dazu, dass wiederum die Glukose nicht in die Zellen transportiert wird. Menschen mit Typ 1 Diabetes müssen daher, nach aktuellem Stand der Medizin, ihr Leben lang täglich vor dem Essen die nötige Menge Insulin durch eine Spritze zuführen. Etwa 5% der Diabetes Patienten haben Typ 1, d.h. 300.000 Menschen in Deutschland, davon 30.000 Kinder.
• Typ 2 Diabetes hingegen entsteht dadurch, dass die Zellen die Glukose nicht richtig aufnehmen können. Dadurch produziert die Bauchspeicheldrüse zunächst immer mehr Insulin um mehr Glukose zu den Zellen zu transportieren. Nach ca. Jahren ermüdet sie und stellt wie bei Typ 1 kein Insulin mehr her. Sehr häufig können Menschen mit Diabetes Typ 2 mit einer Ernährungsumstellung & Bewegung allein, oder aber in einer Kombination mit Tabletten, behandelt werden. Bei fortschreitender Krankheitsdauer und dem veränderten Stoffwechsel muss Diabetes Typ 2 dann ebenfalls mit Insulin-Injektionen behandelt werden. Betroffene 90% der diagnostizierten Patienten haben Typ 2 Diabetes.
• Schwangerschaftsdiabetes entwickelt sich während der Schwangerschaft: in der Zeit benötigen die Zellen der Frau mehr Energie, und daher auch mehr Insulin, um die Glukose dort hin zu befördern. Bei einigen schwangeren Frauen kann die Bauchspeicheldrüse das zusätzliche Insulin nicht produzieren. Bei anderen entwickeln die Zellen eine Insulinresistenz, und die Glukose kann trotz vorhandenem Insulin nicht aufgenommen werden.

Risikofaktoren
Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, sie trifft Menschen so schicksalshaft wie Rheuma. Es werden momentan eine Reihe von Interventionen zur Prävention beforscht. Es gibt aber keine aktuellen Empfehlungen für erwachsene Menschen zur Vorbeugung. Dies gilt auch für seltene andere Diabeteserkrankungen (MODY Diabetes), die genetische Ursachen haben.

Diabetes Typ 2 hat überwiegend eine genetische Ursache. Bei einem betroffenen Elternteil beträgt das Risiko für die Nachkommen über 60%, ebenfalls einen Diabetes zu bekommen. Sind beide Elternteile betroffen, wächst das Risiko auf über 90%. Das heißt, dass niemand Schuld sein kann, wir können uns unsere Eltern nicht aussuchen. Typ 2 Diabetes kann aber, wenn es rechtzeitig erkannt wird, durch einen gesunden Lebensstil weitgehend verhindert warden. Auf Grund der familiären Verknüpfung, sollte die “Selbstbehandlung” durch einen gesunden Lebensstil (Bewegung, Ernährung) die ganze Familie betreffen. Die Kinder der Betroffenen haben ja ebenfalls ein Risiko und eine Prävention ist am effektivsten, wenn sie so früh wie möglich begonnen wird.
Neben der genetischen Disposition sind folgende Verhaltensweisen besonders kritisch für Typ 2:
• Zu viele fettige oder zu viele zuckerhaltige Lebensmittel, z.B. frittierte, gebackene, verarbeitete Lebensmittel, Süßigkeiten
• Zu wenig Bewegung
• Bluthochdruck
• Geringes HDL Cholesterin

Menschen mit erhöhtem Blutzuckerspiegel, der aber noch nicht die Definition von Diabetes erfüllt, werden Prädiabetiker genannt. Insbesondere Prädiabetes lässt sich durch eine gesunde Ernährung und Bewegung rückgängig machen.

Was tun bei Prädiabetes oder Diabetes Typ 2?
Diabetes Typ 2 ist eine ernstzunehmende Krankheit, die jedoch vermindert oder ganz abgewendet werden kann. Wenn man zwei Dinge ändert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, es zu vermeiden:
• Durch gesunde Ernährung Gewicht reduzieren.
• Mehr Bewegung.
Eine Ernährungsumstellung kann komplex und überfordernd sein. Daher haben wir für den Start im Folgenden einige einfache Tipps zusammengestellt:

1. Mehr Obst und Gemüse essen
Jeder weiß, dass er eigentlich mehr Obst und Gemüse essen sollte, aber die Umsetzung ist das Schwierige. Obst und Gemüse sind voller wichtiger Vitamine und Mineralien. Jeder hat seine eigenen Präferenzen bzgl. welche man mag, und wie man sie zubereitet. Hier etwas Inspiration:
• Beeren zum Frühstück, z.B. zum Müsli dazu
• Karotten, Sellerie, Brokkoli und Gurken in Hummus dippen
• Spinat, Pilze, Zuccini oder Kürbis in Olivenöl und Knoblauch andünsten.

2. Auf Vollkorn umstellen
Die meisten Kohlenhydrat-reichen Lebensmittel, z.B. Brot, Nudeln, Reis gibt es in verschiedenen Arten, z.B. aus Weißmehl oder Vollkorn. Die jeweilige Vollkorn-Variante ist die nahrhaftere und macht länger satt, zudem enthält die Schale wichtige Vitamine und Mineralien. Wenn möglich: zu Vollkorn greifen.

3. Fettarme Eiweißquellen wählen
Eiweiß ist sehr wichtig, ist aber häufig in fettigen Lebensmitteln enthalten. Bessere Alternativen sind z.B. fettarme Fleischsorten wie Hühnchen, Fisch, Pute sowie Eier und Bohnen. Rezeptideen sind
• Gebratenes Hühnchen oder Fisch mit Gemüsebeilage
• Tortilla (Vollkorn) mit Schwarzen Bohnen und Gemüse
• Zum Frühstück ein Omelett mit Vollkornbrot.

4. Fettreiche Eiweißquellen reduzieren
Wer auf Milch und Käse nicht verzichten möchte, sollte deren Verzehr jedoch kontrollieren und auf 2x am Tag begrenzen.

5. Fettige und Zuckerhaltige Lebensmittel vermeiden
Es ist ganz normal, sich ab und zu etwas zu gönnen. Bei Noom ist es uns besonders wichtig, dass man auf nichts völlig verzichten muss. Allerdings sollten solche Leckereien in Maßen gegessen werden. Fritierte, gebackene und und allgemein verarbeitete Lebensmittel sowie Desserts enthalten häufig viel (verstecktes) Fett und Zucker, und sind damit gerade bei Diabetes gesundheitsschädlich.

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